Mantrailing mit Jagdhunden - 01.07. & 02.07.2006

Bericht von Sabine Otto - Teilnehmerin & 2. Vorsitzende IGKlM


Seminar Teil 1:
Um 9.oo Uhr trafen wir alle ein. Treffpunkt war bei Sabine Gilfert, wo wir auch
übernachten wollten.Nach einer kurzen Lagebesprechung in der Küche fuhren wir los ins Revier,
mit dabei: Petra & Quinnie,Gaby & Eysha, Sabine Gilfert & Stella und Tristan,
Otfried und Paula und 3 Beaglaender. Unser Arbeitsgebietwar ein Waldstück mit einer Grillhütte,
wo wir die ersten Trails legten, damit Sabine/Otfried sich ein Bild machenkonnten, wie wir und wie
unsere Hunde arbeiten. Nach diesen Trails war mir persönlich klar, dass so mancheschmerzhafte
Erfahrung auf mich zukommen würde, denn ich hatte eine ¾-lange Hose an und die Trails liefen


kreuz und quer durch den Wald, durch Gestrüpp, durch Brennnesseln, durch Unterholz,
über Gräben.....eben alles, was ein guter Wald abseits der Wege zu bieten hat. Naja, was soll`s,
umziehen war mir auch zu blöd, also Augen zu und durch. Schon die ersten Trails begeisterten uns,
unsere Hunde bekamen ein Stück Toilettenpapier als Geruchsprobe (Das Opfer hatte sich vorher
damit abgewischt, um den eigenen Individualgeruch einzufangen).Wir warteten, bis das Opfer im
Versteck war und dann wurde in Ruhe deM Hund das Geschirr angezogen,die Geruchsprobe
angeboten und mit Kommando „Such“ ging es je nach Hund mal schneller/mal vorsichtiger auf
der Trail dem Opfer hinterher. In gewissen Abständen hatte das Opfer kleine
Toilettenpapierstückchen fallen gelassen, um dem Hund und uns die Anfänge zu erleichtern.
Alle Hunde fanden die Opfer und der Jubel, das Staunen und die Freude beim Hund waren jedesmal
groß. Zur Belohnung bekam der Hund vom Opfer natürlich immer supertolle Leckerlis (nur gut, dass
ich freitags noch Hühnerleber und Hühnerherzen im Backofen getrocknet hatte, die waren von allen
heiß begehrt).


Mittlerweile war auch Reiner mit Tom eingetroffen, der wie Otfried zu Sabine Gilferts Truppe gehört.
Otfried zeigte uns mit Paula (Beagle, 7 Monate jung), was ein Anfängerteam schon alles leisten
kann und wir staunten echt nicht schlecht. Dieses kleine Beagle-Mädchen rannte in einem
Affenzahn auf ihrer Trail und fand ohne zu zögern das Opfer. Für uns war es echt interessant, denn
Sabine & Co. zeigten immer zwischendurch mit ihren Hunden,was diese alles leisten können und
wir konnten so gut deren Handling beobachten.Wir wechselten unseren Standort und die Trails
wurden länger und Winkel wurden eingebaut.Wir sind gerannt und gerannt, weil wir ja vom
Zuschauen auch lernen konnten. Ich kann euch was sagen, wir waren hundekaputt, meine
Beine waren mittlerweile zerstochen und offen gekratzt, aber die tollenLeistungen haben uns
alle sehr beflügelt. Stella, die Hündin von Sabine zeigte dann ihr Können (zum Glück blieb ich bei
meinen Hunden, denn es war wohl mehrein Dauerlauf....Gaby war völlig erledigt bei der Rückkehr).....
gut, dass wir unsere Faltstühle mithatten......eine Pause hatten wir uns alle verdient und so wurden
Brötchen und Brote verschlungen.Auch Tom (Labbi/Jack-Russel-Mix) konnte uns zeigen, wie gut
eine Hundenase arbeitet und machte auch vor einerTannenschonung nicht Halt....Autsch

Es ist schon interessant, wenn man mit einem so jagdlich triebigem Hund wie Olli quer durch
den Wald läuft, ohne dass er von seiner Opfersuche abläßt, obwohl wir x Wildwechsel queren
mußten, ein Reh aufgestöberthaben und diverse Knister-und Knackgeräusche im Unterholz zu
hören waren, die ihn sonst mehr als allesandere reizen.....
Auch an seiner Gangart konnte ich als Laie klar erkennen, ob er gerade Lustwandelt oder seiner
Suchaufgabenachkommt. Der gewisse Zug der Leine verrät dies übrigens auch und wir bekamen
schnell ein Gefühl dafür.

Unsere Trails wurden schwieriger, Geruchsproben unterwegs weniger, die Strecken länger,
das Opfer gingohne den Hund zu verabschieden und heiß zu machen.....es war echt klasse, wie
unsere Hunde diese Aufgabenmeisterten.

Seminar Teil 2:
Um 7.30 Uhr gings los, wir wollten früh anfangen, da es wieder sehr warm werden sollte, aber nach
dieserNacht (um 3.00 Uhr durfte ich mich auch noch anziehen und mit den Hunden raus zum Pieseln )
war ich eigentlichnur froh, dass ich aufstehen durfte.
Frühstück wurde eingepackt und mitgenommen und dann fuhren wir in ein Gebiet, welches vom
Schwierigkeitsgradanspruchsvoller war, da hier Jogger, Radfahrer, Spaziergänger mit und ohne Hund
anzutreffen waren.Nachdem wir die Autos im Schatten geparkt hatten gings auch schon los.
Diesmal fing Jule an, die ihre Aufgabe gut meisterte. Wir hatten Winkel eingebaut und den
Hauptspazierweggequert, aber Jule fand, wie alle anderen Hunde auch, ihr Opfer und ließ sich
nicht irritieren.

Es wurde immer schwieriger, die Opfer gingen zu zweit los und trennten sich unterwegs,
einer von denen (der seineGeruchsprobe vorher zurückgelassen hatte) sollte gefunden werden.
Diese Aufgabe haben wir allerdings nur mit Quinnie und Olli gemacht, da es für Jule und Eysha
sicherlich noch zu früh gewesen wäre und wir sie nicht überfordern wollten.
Die Jungs haben das klasse gemacht und Petras Begeisterung war im ganzen Wald zu hören.
Das Schöne war allerdings, dass sie sich immer auch für uns und die Leistungen unserer Hunde
gleichermaßen begeisterte und dies nicht nur auf Quinnie beschränkte. Eigentlich war Petra
kaum noch zu bremsen.Sie war Opfer, rannte mit zum Zuschauen, freute sich auf ihre Trails,
fragte Sabine Löcher in den Bauch undimmer wieder hörten wir "oh wie cool"......

Gaby verbrachte viel Zeit in der Basisstation bei den wartenden Hunden, da sie etwas angeschlagen
war (fehlende Nachtruhe und erste Grippeanflüge). Mir war das Recht, denn dann wußte ich, dass sich
Jule nichtganz so aufregen würde, wenn ich mit den anderen lief.
Beagle-Paula (7 Monate jung)zeigte nochmal ihr Können beim Splitting, sie fand mich direkt ohne
zu zögernund ließ sich auch nicht von 3 planschenden Labbis ablenken, ich habe gestaunt.
Tristan zeigte uns, wie schnell er in der Flächensuche Petra finden kann, die beim Belohnen des
Hundes ihreFinger nicht schnell genug sichern konnte....autsch...
Tom düste auch eine Trail ab, dieser Hund ist sowas von motiviert und freudig bei der Arbeit,
dass man kaummitkommt.
Stella zeigte uns eine Negativ-Anzeige, das ist, wenn der Hund keine zur Geruchsprobe passende
Trail findet.Auch sowas muß trainiert werden, damit der Hundeführer erkennt, dass es hier nicht lohnt,
weiter zu suchen.Anschließend bekam sie sofort eine echte Trail über Asphalt, durch ein Wohngebiet,
dann quer durch denWald zum Parkplatz, wo sie das Opfer unter mehreren Personen anzeigen sollte......
ich bin mitgelaufen,was ich dann zwischendurch echt bereute, da ich kein geübter Dauerläufer bin.....
o.k., ich gebs zu, ich kam dannetwas später an am Ziel...

Unsere Hunde waren irgendwann einfach müde und wir beendeten gegen 16.00 Uhr unser Seminar,
aber nicht ohneuns direkt für den Herbst wieder vormerken zu lassen.

Es war ein sehr empfehlenswertes Seminar, Sabine und ihre Truppe haben sich bestens um uns
gekümmert undkonnten uns den Stoff gut vermitteln.
Interessant waren unsere Beobachtungen, wie unterschiedlich die Hunde doch arbeiten,
Qinnie und Olli hatten eigentlich keine Probleme, Quinnie suchte bei den ersten 2 Trails noch die
Rehdecke, aber dann fand er in meinen Hühnerherzen und der Leber genügend Trost und Motivation,
Olli muß sich auf den richtigen Wegen noch dasMarkieren abgewöhnen (ich werd mir da was einfallen
lassen müssen), Eysha und Jule waren im Wald,abseits der Wege etwas unsicher und brauchten hier
und da eine verbale Bestätigung von uns, da sie imnormalen Leben ja nicht ohne Erlaubnis vom Weg
runter dürfen. So unterschiedlich wie sie alle waren, sounterschiedlich wurden auch die Trails geleget,
um keinen Hund zu überfordern.Ein tolles Wochenende mit einer Reihe von Highlights für uns und
unsere Hunde, aber auch ein ebensoanstrengendesWochenende für uns und unsere Hunde.
Es hat sich gelohnt.